Grundlage für Wachstum- Bleibenden Verbundenheit mit Jesus!

David MarxGebet, Inspiration, Jesus, Wachstum

Was für ein Vorrecht, in das neue Jahr 2022 mit Gebet starten zu können! Was für ein Segen, dass wir einen Gott haben, vor den wir mit unseren Anliegen treten dürfen und der unser Gebet hört!

Wir wollen an den Jahresbeginn das Gebet für Gemeindewachstum stellen. Das betrifft sowohl das zahlenmäßige Wachstum unserer Gemeinde, als auch das geistliche Wachstum von uns als einzelnen Gemeindemitgliedern. Aber wie können wir dieses Wachstum erreichen? Was ist der Antrieb, der Dünger für gesundes Wachstum im Sinne Gottes?

In Johannes 15, 1-7 sagt Jesus folgendes:

Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. 2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; jede aber, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir, und ich [bleibe] in euch! Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. 6 Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie die Rebe und verdorrt; und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden.“

Was für ein schönes Bild: Gott-Vater als Weingärtner, Jesus als Weinstock und wir, seine Nachfolger, als Reben! Jeder Christ, selbst wenn sein Bibelwissen etwas eingestaubt ist, wird schon von diesem Gleichnis gehört haben. Aber auch für Jesu Zuhörer, denen er dieses Gleichnis erzählt, ist das Bild nicht neu! Als Juden kennen sie die Schriften der Propheten, die wir heute im Alten Testament finden. Sowohl in den Psalmen als auch bei Jeremia und Jesaja finden wir schon das Bild des Weinberges, den Gott als Weingärtner bebaut.

Zum Beispiel in Jesaja 5, 1-7:

"Ich will doch singen von meinem Geliebten, ein Lied meines Freundes von seinem Weinberg! Mein Geliebter hatte einen Weinberg auf einem fruchtbaren Hügel. 2 Und er grub ihn um und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit edlen Reben. Mitten darin baute er einen Turm und hieb auch eine Kelter darin aus; und er hoffte, dass er [gute] Trauben brächte; aber er trug schlechte. 3 Nun, ihr Bürger von Jerusalem und ihr Männer von Juda, sprecht Recht zwischen mir und meinem Weinberg! 4 Was konnte man an meinem Weinberg noch weiter tun, das ich nicht getan habe? Warum hoffte ich, dass er [gute] Trauben brächte, aber er trug nur schlechte? 5 Nun will ich euch aber verkünden, was ich mit meinem Weinberg tun will: Ich will seinen Zaun wegschaffen, damit er abgeweidet wird, und die Mauer einreißen, damit er zertreten wird! 6 Ich will ihn öde liegen lassen; er soll weder beschnitten noch gehackt werden, und Dornen und Disteln sollen ihn überwuchern. Ich will auch den Wolken gebieten, dass sie keinen Regen auf ihn fallen lassen! 7 Denn das Haus Israel ist der Weinberg des HERRN der Heerscharen, und die Männer von Juda sind seine Lieblingspflanzung. Und er hoffte auf Rechtsspruch, und siehe da — blutiger Rechtsbruch; auf Gerechtigkeit, und siehe da — Geschrei [über Schlechtigkeit]."

Was verbindet diese beiden Stellen aus Johannes und Jesaja?

In beiden vergleicht sich Gott mit einem Weingärtner, der seinen Weinberg bebaut und pflegt. Und in beiden Stellen verfolgt Gott damit ein Ziel: Er wünscht sich, dass sein Weinberg Frucht bringt!

Doch in dem Bild bei Jesaja, bringt der Weinberg Gottes keine gute Frucht. Zwar pflegt Gott seinen Weinberg, er versorgt ihn mit genug Wasser, beschützt ihn und baut eine Kelter, um die Frucht zu ernten. Doch all dieser Pflege zum Trotz, bringt sein Weinberg nicht nur überhaupt keine, sondern sogar schlechte Frucht! Gott ist enttäuscht von seinem Weinberg; seine Hoffnung auf gute Frucht erfüllt sich nicht. Aus diesem Grund lässt Gott seinen Weinberg veröden. Er entzieht ihm die Pflege, mit der er ihn so lange wortwörtlich „fruchtlos“ versorgt hat.

Gott ist es wichtig, dass wir als Leser verstehen, wen er mit seinem Weinberg meint:

„Denn das Haus Israel ist der Weinberg des HERRN der Heerscharen, und die Männer von Juda sind seine Lieblingspflanzung.“

Gottes Volk ist es, das keine Frucht gebracht hat! Gottes Volk ist es, welches er gehegt und gepflegt, versorgt und vor Unheil beschützt hat. Und doch lebt es nicht nach den Maßstäben Gottes, lebt nicht nach seinem Willen – und bringt daher schlechte Frucht. Das Bild von Gottes Weinberg, wie er es durch seinen Propheten Jesaja offenbart, ist ein Bild der Enttäuschung! Ein Bild des Versagens!

Mit diesem Hintergrund vor Augen nutzt Jesus erneut das Bild des Weinbergs, um zu seinem Volk zu sprechen. Nur diesmal ist etwas anders: Er ist der wahre Weinstock! Er ist der Mittler zwischen Gott-Vater als Weinbauer und den Weinreben, die Frucht bringen sollen! Und in seinem Gleichnis sind es nicht die Weinreben, die aus sich selbst heraus Frucht bringen müssen, sondern ER ist es, der die Frucht erst ermöglicht!

Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.

Jesus ist der Weg, Jesus ist der Dünger, der Antrieb, das Lebenselixier, welches die Frucht in uns hervorbringt.

Die Jünger sind erstaunt, ja geradezu erschrocken! Dieses Bild des Versagens gräbt ihr Meister wieder aus? Aber noch während er es erzählt, hellen sich ihre Gesichter auf. Denn Jesus zeigt ihnen, was sie tun müssen, um Gott nicht mehr zu enttäuschen. Er zeigt ihnen, was sie tun müssen, um die Frucht zu bringen, die Gott sich wünscht: In IHM bleiben! Beziehung mit IHM leben, IHN besser kennenlernen, IHM ähnlicher werden.

Das darf auch uns neu bewusst werden für das vor uns liegende Jahr. Lasst uns in Dankbarkeit dieses Geschenk annehmen, das Jesus uns macht. Lasst es uns zum Ziel werden, dass wir uns nach Frucht und nach Wachstum sehnen. Sowohl zahlenmäßig in der Gemeinde als auch jeder persönlich in der Beziehung zu Gott. Lasst uns das Geschenk annehmen, das Jesus uns macht: In bleibender Verbundenheit mit IHM zu sein, um Wachstum zu erleben.